Zielcoaching mittels Fokusregulation

Wie das Wort »danke« Ihr Leben verändern kann!

Geneigte Leser meines Blogs haben längst erkannt, dass Fokusregulation eines meiner absoluten Lieblingsthemen darstellt. Und ja, ich gebe es unumwunden zu: Sich damit zu beschäftigen bzw. sich darin konsequent zu schulen, wohin man seine Aufmerksamkeit richtet, ist das Geheimnis zu Lebensglück und Lebenserfolg schlechthin. Darum sei auch dieser Blogpost einmal mehr dieser so bedeutenden Kompetenz zur emotionalen Selbstregulation gewidmet.

Vorliegende Story erreicht Sie etwas zeitverzögert. Meine Gattin und Geschäftspartnerin Katja und ich waren auf Reisen, daher fiel meine letztwöchige Wortmeldung kurzerhand aus. Danke für Ihr Verständnis im Nachhinein. Mit der Formulierung »auf Reisen« möchte ich einen Hinweis darauf geben, dass wir zwar auf Urlaub waren, aber nicht bloß in der Sonne Griechenlands faulenzten, sondern in diesem Trip auch bisweilen unsere Komfortzone etwas verlassen hatten. Zum Beispiel bei der Fahrt mit dem Mietwagen auf der 10-spurigen Autobahn im Raum New York zur Rushhour-Zeit. Solche Phasen der Herausforderung – ich fahre an sich gerne und viel Auto(bahn) – lösen dennoch eine erhöhte Aktivierung in uns Menschen aus. Stress kommt auf – so subjektiv und dehnbar dieser Begriff auch immer sein mag – und bei vielen Menschen kippt da auch schon einmal die Stimmung. Sie werden nervös und überspielen diese Unsicherheit häufig mit Aggressivität. Angriff soll ja angeblich die beste Verteidigung sein. Fokusregulation ist garantiert die bessere Reaktion auf Stimmungsschwankungen in Richtung negativ.

Eine gleichermaßen einfache wie wirkungsvolle Maßnahme zur Steigerung der eigenen Stimmung bzw. sogar der allgemeinen Lebensfreude ist, seine Aufmerksamkeit auf all die Dinge des Tages zu richten, die heute bereits positiv und erfreulich waren. Diese Fokusregulation gilt es nun noch mit einer zweiten mentalen Selbstregulationskompetenz zu kombinieren, nämlich mit dem Führen von Selbstgesprächen. Auch dies stellt eine Fähigkeit dar, die erfolgreiche und glückliche Menschen in der Regel gelernt haben und genau dann einzusetzen verstehen, wenn ein »Innerer Coach« nötig ist.

Fokusregulation bedeutet nicht Affirmation!

Seine Aufmerksamkeit auf die guten Dinge des alltäglichen Lebens zu richten, sei bitte nicht verwechselt mit Affirmation! Denn diese Technik des Sich-generell-alles-schön-Redens, ist sehr gefährlich. Dr. Rüdiger Dahlke – der Großmeister der Psychosomatik – spricht in diesem Zusammenhang gerne sehr kritisch von Affirmations-Akrobaten. Damit meint er Menschen, die sich alles schön reden und meinen, dann würde es schon automatisch irgendwie schön bzw. gut werden. Ein krasses Beispiel: Jemand ist sehr krank, etwa krebskrank. Und meint nun alleine mit einem mantra-gleich wiederholten «Ich bin gesund, ich bin gesund, ich bin gesund, …« den Tumor zu besiegen. Affirmation solcherart ist gefährlich, denn sie vergisst in der Regel die Komponenten, die man aktiv zur Verbesserung seines Zustandes beitragen kann und vielmehr muss. Fokusregulation bedeutet hingegen nicht, sich etwas schön zu reden, was gar nicht schön ist. Fokusregulation bedeutet vielmehr, Kraft aus den positiven Dingen des Alltags zu schöpfen, indem ich diesen Dingen eine Bedeutung gebe = Aufmerksamkeit schenke. Es ist nämlich eine Tatsache, dass alles, dem wir vermehrt Aufmerksamkeit widmen, in unserem Leben mehr wird und an Bedeutung gewinnt. Dies gilt für Gutes und Schlechtes gleichermaßen. Richte ich meinen Fokus auf die Schattenseiten meines Lebens und auf alles, was nicht nach meinen Wünschen läuft oder gar echt schief geht, so werden auch Unglück, Frustration und Misserfolg zunehmen. In diesem Post soll es jedoch darum gehen, wie ich durch Achtsamkeit und Aufmerksamkeit mein Lebensglück hebe.        

Die einfachste und gleichzeitig beste Übung hierzu ist, sich regelmäßig, aber mindestens einmal pro Tag, für alles Gute der vergangenen Stunden zu bedanken. In einem Selbstgespräch am besten. Wie das aussehen könnte, sei nun ein einem – mehr oder weniger fiktiven – Beispiel aus unserer USA-Reise erklärt:

Danke, dass ich gut geschlafen habe!
Danke, dass das amerikanische Boxspringbett meinem Kreuz so gut getan hat!
Danke, dass uns die ersten Sonnenstrahlen so zärtlich aufgeweckt haben!
Danke für die traumhafte Morgensonne und die super frische Morgenluft!
Danke für das überaus reichhaltige Frühstück mit überraschend vielen gesunden Produkten!
Danke, dass wir im Frühstücksraum einen Tisch am Fenster mit Morgensonne bekommen haben!
Danke für meine Umsicht, Nescafe-Säckchen von daheim mitgebracht zu haben, um den dünnen amerikanischen Kaffee trinkbar zu machen!
Danke für den schönen Ausflug zu einem Wasserfall in den Wäldern!
Danke für die stimmungsvolle Wanderung und den freundlichen Tratsch mit dem amerikanischen Ehepaar!
Danke für die gemütliche Autofahrt dorthin und retour!
Danke, dass wir vom Vermieter so einen lässigen, neuen Jeep bekommen haben, in dem man ergonomisch super-bequem sitzt.
Danke, dass wir mittags so einen super-leckeren Chicken-Burger genießen konnten mit ungeschälten Pommes!
Danke, dass die im Fastfood-Restaurant vergessene Brieftasche noch da war, als wir Minuten später in Panik zurückeilten!
Danke, dass wir im Supermarkt so eine feine, köstliche Abendjause mit Räucherlachs kaufen konnten!
Danke, dass wir in dieser ländlichen Nationalpark-Gegend sogar ein Weingeschäft gefunden haben!
Danke, dass wir auf der Veranda unseres Chalets im Sonnenuntergang das Abendmahl genießen konnten!
Danke für den wunderbaren Rotwein, den ich zufällig ausgewählt hatte!
Danke, dass sich die gläsernen Zahnputzbecher fein zum Servieren des Rotweins eigneten! 
Danke dafür, dass ich mit diesem milden Rotwein in der Hand einen herrlichen Tag würdig beenden kann!

Dieses Beispiel soll im Prinzip zeigen, wie viele auch nur klitzekleine, aber durchaus positive Dinge den ganzen Tag über passieren. Jeden Tag! Schenke ich selbst diesen erfreulichen Winzigkeiten ein wenig Aufmerksamkeit, in dem ich sie in mein Bewusstsein zurückrufe, so bringt mich diese regelmäßig angewendete Dankbarkeit meinem Leben gegenüber in einen »positiven State«, wie’s auf Neudeutsch so schön heißt. Binnen kurzer Zeit ist man mit dieser Technik zur mentalen oder emotionalen Selbstregulation in der Lage, aus allem Schönen so viel Kraft und Lebensenergie zu generieren, dass natürlich auch vorkommende negative Ereignisse, Erlebnisse oder Schicksalsschläge um Welten optimistischer, zielgerichteter und erfolgsorientierter verarbeitet oder überwunden werden können!